4. Etappe

Von Fosse nach Sega di Ala

  • Strecke: 20 Km
  • Tiefster Punkt: 930 m
  • Höchster Punkt: 1.545 m
  • Aufstieg: 1.095 m
  • Aufstieg: 805 m

Einkehrmöglichkeiten

Corno d’Aquilio

Malga Preta di Sotto
c/o Spluga della Preta
Tel. 346 379 3821

Sega di Ala

Malga Cime
Sega di Ala
Tel. 347 746 4009
https://malgacime.it/

Pizzeria Valle dei Mulini
Via Progni 267, Fumane
Tel. 045 680 0939
http://www.valledeimulini.com/

Locanda Alpina
Sega di Ala
Tel. 046 467 0143
https://www.locandaalpina.it/

Übernachtung

Sega di Ala

Locanda Alpina
Sega di Ala
Tel. 0464670143
https://www.locandaalpina.it/

B&B Dimora Storica Lessinia
Sega di Ala
Tel. 331 583 9696

B&B Giulio Mountain
Via Le Ville 50
Tel. 348 304 7962
https://giuliobb.it/it/bb-lessinia/

Ein Blick auf die Etappe

Corno d’Aquilio

Der Corno d’Aquilio (1.545 m) ist einer der markantesten Gipfel der oberen Lessinia und überragt visuell die Valpolicella. Von der Ebene aus ist sein Profil deutlich erkennbar und markiert die natürliche Grenze zwischen dem Hochplateau und dem Etschtal. Der Gipfel, gekrönt von einem Kreuz, bietet einen weiten Blick auf die Ebene von Verona, den Monte Baldo und an klaren Tagen scheint der Gardasee zum Greifen nah. Zu seinen Füßen öffnet sich die Spluga della Preta, eine der tiefsten Karsthöhlen Italiens. Der Corno d’Aquilio ist ein identitätsstiftender Punkt des Gebiets, wo die lessinische Bergwelt auf die Valpolicella trifft.

Spluga della Preta

Die Spluga della Preta ist eine der berühmtesten Karsthöhlen Italiens und zählt zu den bekanntesten Abgründen der Voralpen. Mehrere Jahre lang galt sie als tiefster Abgrund der Welt: moderne Erkundungen haben ihre Tiefe auf etwa 877 Meter und ihre Gesamtlänge auf über 4 Kilometer ermittelt. In den 1950er Jahren war sie weltweit die erste Höhle, die tiefer als 500 Meter erforscht wurde, und entwickelte sich zu einem internationalen Referenzpunkt der Speleologie, der Höhlenforscher aus ganz Europa anzog.
Der Eingang in 1483 Meter Höhe befindet sich kurz unterhalb des Gipfels des Corno d’Aquilio (1545 m ü. NN) in einer etwa 20 Meter breiten, trichterförmigen Doline. Von hier aus gelangt man zum ersten und tiefsten Schacht (~131 m), gefolgt von einer Abfolge von Vertikalen und Gängen, die alle wichtigen Kalksteinschichten der Lessinia durchqueren vom Biancone bis zur Dolomit.
1964 verunglückte während einer Expedition der Società Amici della Natura di Verona die Höhlenforscherin Marisa Bolla Castellani tödlich. 1970 wurde in der Nähe des Eingangs eine kleine Kapelle zu Ehren des Heiligen Benedikt, des Schutzpatrons der Höhlenforscher, errichtet. In den 1990er Jahren nahmen im Rahmen der Operation Corno dAquilio über 200 Höhlenforscher an der Beseitigung von im Inneren der Höhle angesammeltem Müll teil. Heute ist die Spluga durch einen Zaun geschützt, für die Öffentlichkeit unzugänglich und nur erfahrenen, autorisierten Höhlenforschern vorbehalten. Ihre Lage am Wanderweg zeugt von der unglaublichen Tiefe und Komplexität des lessinischen Untergrunds.

Grotta del Ciabattino

In der Nähe der Spluga della Preta öffnet sich die Grotta del Ciabattino, eine leicht vom Wanderweg erreichbare horizontale Karsthöhle. Der Eingang, gut sichtbar nach Überwinden einer Trockenmauer in einer grasbewachsenen Senke, führt zu einem geräumigen natürlichen Raum, der ohne speleologische Ausrüstung, jedoch mit Taschenlampe, begehbar ist.
Die Höhle erstreckt sich in den roten Jura-Kalken der Lessinia und weist Wände mit reichlich sichtbaren marinen Fossilien wie Ammoniten und Belemniten auf.
In den kälteren Monaten bilden sich aufgrund des stabilen Mikroklimas und der geringen Sonneneinstrahlung Eisbildungen, die das Innere verschönern und Fotografen sowie Wanderer anziehen.
Die Höhle ist frei zugänglich, doch wird Respekt und Vorsicht empfohlen, um ihr natürliches Gleichgewicht zu bewahren.

Busoni di Cima Borghetto

Unter den Hängen des Cima Borghetto, strategisch günstig am Grat gelegen, der in Richtung Vallagarina blickt, befinden sich die Busoni, ein System militärischer Tunnel, die 1916 vom italienischen Königlichen Heer während des Ersten Weltkriegs ausgehoben wurden. Als Artilleriestellungen und Truppenunterkünfte errichtet, wurden die Tunnel niemals im Kampf genutzt, stellen aber heute eine wertvolle historische Zeugnis der militärischen Architektur in Lessinia dar. Der Hauptzugang öffnet sich im Wald, nicht weit vom Weg, der den Corno d’Aquilio mit dem Dorf San Michele verbindet.
Der Tunnel durchquert den Berg über 300 Meter in leichtem Gefälle, bis er auf eine natürliche Aussichtsplattform mündet, von der aus sich ein spektakulärer Blick auf die Vallagarina bietet. Im Inneren folgen einander von Hand in den Fels gehauene Räume mit seitlichen Nischen, Schießscharten und einem kleinen Endraum, von dem eine Leiter zu einer Aussichtsterrasse aus nacktem Fels führt.
Ein Besuch ist ohne technische Ausrüstung möglich, jedoch unbedingt ist eine gute Taschenlampe erforderlich: Das Innere ist vollständig dunkel, und die feuchte, stille Atmosphäre bewahrt unverändert die Erinnerung an jene, die in Kriegszeiten an diesen Orten lebten und arbeiteten. Die kürzlich gereinigten und gesicherten Busoni bilden einen Ort tiefer Faszination, an dem Natur, Geschichte und Landschaft auf mächtige und authentische Weise verschmelzen.

Sega di Ala

Sega di Ala (Gemeinde Ala, Trentino 1224 – m ü. d. M.) ist der Endpunkt der 4. Etappe der Wandertour und ideal für Ausflüge in die Trentiner Lessinia und die obere westliche Lessinia, eine Landschaft aus weitläufigen Weiden, gesäumt von Almen und Hütten, die noch heute zur Almweide genutzt werden. Im Zentrum des Ortes befindet sich die Kapelle von San Rocco, dem Schutzpatron des Ortes, die Mitte des 20. Jahrhunderts errichtet wurde, vermutlich auf den Fundamenten einer älteren Kapelle. Die Region ist reich an Spuren der Vergangenheit: vom mittleren Paläolithikum bis ins Mittelalter und in die Neuzeit. Vielleicht fand hier gerade jene berühmte Unternehmung des Prinzen Eugen von Savoyen statt, der Anfang des 18. Jahrhunderts, um die in der Chiusa di Ceraino eingeschlossenen Franzosen zu umgehen, sein Heer – 15.000 Mann, 5.000 Pferde, etwa zehn Kanonen und rund hundert Wagen – durch diese Berge führte, um dann in Richtung Verona abzusteigen.
Im Laufe der Jahrhunderte sind durch diese Gegenden prähistorische Jäger auf der Suche nach Wild, Heere auf dem Marsch, um den Feind von hinten zu überraschen, und Reisende aller Epochen gezogen und haben ein Erbe historischer Zeugnisse hinterlassen, die noch heute sichtbar sind.

Monte Baldo

Von den Kämmen der Lessinia, insbesondere entlang der Abschnitte zwischen dem Corno d’Aquilio, Malga Fanta und dem Passo della Morte, wird der Blick nach Westen von der langen Kette des Monte Baldo dominiert. Seine kompakte und unverwechselbare Silhouette erhebt sich jenseits des Etschtals und markiert deutlich die natürliche Grenze zwischen der voralpinen Landschaft und den Ufern des Gardasees. An klaren Tagen zeichnet sich sein gesamter Profil vom Monte Telegrafo bis zum Altissimo di Nago ab. Im Süden, wo der Berg sanft zur Ebene abfällt, offenbart sich in der Ferne der Gardasee als blauer Schimmer, der den Horizont begleitet.
Obwohl er einer anderen Landschaft angehört, wird der Monte Baldo zu einer ständigen Begleiterscheinung auf unserem Weg. Immer von weitem erkennbar, begleitet er den Blick von Etappe zu Etappe wie ein diskreter, aber vertrauter Orientierungspunkt. Er ist ein “anderer” Berg, doch Teilhabender: still, fest und vertraut.
Wegen seiner außergewöhnlichen botanischen Vielfalt auch als Garten Europas bekannt, ist der Monte Baldo eine starke und ständige Präsenz, die die Erfahrung des Wanderns in der Lessinia prägt und begleitet.

Die Pozze

Die Pozze sind kleine künstliche Becken, die in den Weiden der Lessinia angelegt wurden, um im Sommer das Weidevieh mit Wasser zu versorgen. Sie befinden sich in der Nähe der wichtigsten Almen oder entlang der Wege, auf denen die Herden ziehen.
Ihr Bau ist notwendig, da es in höheren Lagen keine Quellen gibt: Sie werden direkt im Boden ausgehoben und am Grund mit wasserdichten Schichten aus gestampfter Tonerde ausgekleidet; in neueren Fällen auch mit Kunststofffolien oder Beton. Die Ufer können mit Platten aus lokalem Stein verkleidet oder als gestampfter Erdboden belassen werden.
Die Wasserzufuhr erfolgt durch Regen- oder Schmelzwasser, das über Rinnen und kleine Sammelkanäle zugeleitet wird.
Neben ihrer primären Funktion als Tränke stellen die Pozze auch ein wichtiges Element der agrarisch-weidewirtschaftlichen Bewirtschaftung dar und erfordern regelmäßige Pflege, um Verlandung, Überwucherung oder Wasserverluste zu verhindern.